Von Kieselsteinen bis zu mannshohen Felsbrocken, die mal scharfkantig und mal geschmeidig rund das Landschaftsbild bestimmten, bot sich uns zunaechst ein abstruser Anblick. In dem wenigen Blaetter- und Buschwerk, durch das sich der Weg schlaengelte, weidete eine Herde scheinbar wilder Pferde, die von einigen Kuehen begleitet wurde.
Der erste Stopp am Rande einer Schlucht, durch deren Tiefe sich ein ebenso kristallklarer wie eiskalter Bach seinen Lauf bahnte, war gigantisch. Nachdem wir zunaechst auf den Felsen herumgeklettert sind und voller Ehrfurcht hinunter geblickt hatten, fanden Maya und Lena einen Abstieg. Das Gestein erinnerte an gepressten Sand, war broeckelig und faszinierte mich total. Von unten betrachtet wirkte der Rand noch viel weite entfernt als von oben. Alberto erzaehlte mir, dass hier oefters Lachse flussaufwaerts wandern. Es war total witzig weil wir uns gegenseitig mit Wasser bestpritzten und auf den Steinen rumgehuepft sind. Ich wollte garnicht mehr zurueck zum Auto, aber Pao meinte es gaebe noch so viel Schoeneres zu sehen- also fuhren wir weiter.
Weit kamen wir jedoch nicht, denn nach nicht einmal drei Minuten gelangten wir an einen imposanten Wasserfall. Er war nicht groß- sprich das Wasser, das als „Wasserfall“ herunter fiel, entsprach eher einem kleineren Baechlein. Es viel aber von einer solchen Hoehe hinunter, dass es unten nur noch als Spritzer ankam und in einer atemberaubend schoenen Lagune muendete, die sich als Art Grotte in den Fels eingrub. Ueberall aus dem Gestein troff Wasser, das sich als wuerde es regnen, ueber den Teil des Gewaessers ergos, der vom Felsen ueberdacht wurde. Auf dem feuchten Stein hatte sich saftig gruenes Moos angesiedelt, das zusammen mit anderen feuchtliebenden, herunterhaengenden Pflanzen einen maerchenhaft idyllischen Anblick bot.
Gegeueber dieses wunderschoenen Naturschauspiels reichte eine mini Landzunge in das tuerkisblaue Wasser hinein, zu der man nur durch geschicktes Klettern ueber de rutschigen Steine gelangen konnte, die im FLußbett des von der Lagune wegfließenden Baches lagen.
Dummerweise hab ich mich ein bisschen ueberschaetzt, weshalt es mich ziemlich hingehauen hat und ich mir meine Handflaechen sowie ein Knie aufgeschlagen hab….
Aber das Bild, das sich uns von dort vorne bot war so ueberwaeltigend, dass es fuer alle Schmerzen entschaedigte!
Wie ein trockener Schwamm der alles Wasser in sich aufsaugt stand ich sprachlos und andaechtig, den Kopf in den Nacken gelegt vor der Grotte.
Der Kies unter mir war trocken und warm von der Sonne.
Kurz darauf kamen auch Lena und Maya vorne an, die beide ganz viele Fotos gemacht haben. So wie es aber tatsaechlich war, kann ich es nur im Herzen behalten, denn auf Bildern kommt das einfach nicht rueber.
Nach dieser langen Rast, von der mich die anderen kaum wegbewegen konnten, ging die Fahrt immer hoeher hinauf in Richtung des Vulkans.
Die wenige Vegetation, die sich bis dorthin gehalten hatte, erstarb und an ihre Stelle trat tiefschwarzes Vulkangestein, das von weißen Schneeflaechen durchzogen wurde, was ein bisschen an das Fell eines Zebras erinnerte.
Auf 1600 Metern Hoehe endete die Schotterpiste vorlaeufig in einem Parkplatz- das Weiterkommen bis zum See, der Mitte des riesigen Vulkankraters, wurde durch eine dicke Eis- und Schneeschicht verhindert. Im Jeep aßen wir unseren mitgebrachten Proviant, waehrend uns eine Gruppe Maenner auf eine Tasse Gluehbier einlud, das ziemlich gewoehnungsbeduerftig schmeckte. Nach einem Smalltalk und ein paar Fotos, steckte uns einer von ihnen seine Handynummer zu, mit den Worten: „Falls ihr mal einen Freund braucht.“ -Nein danke! Wir haben genug Freunde *g*
Gegenueber dem Parkplatz fing direkt eine Skipiste an und Alberto war dermaßen motiviert Snowboardfahren zu lernen, dass Lena und ich einwilligten und uns Schuhe, Board und Hose beim Verleihhaeuschen ausliehen. Meine Hose war so riesig, dass Lena und ich ohne zu uebertreiben da zusammen reingepasst haetten. Mit dem Gurt, mit dem man normalerweise das Board am Bein besfaestigt, band ich dann die fuenfmal oben umgeschlagene Hose fest- und los gings!
Paola und Maya vergnuegten sich derweil mit einem Bob am Hang gegenueber. Es war total witzig Alberto das Fahren beizubringen. Der Schnee war jedoch so nass und sulzig, dass Lena und ich schon nach einer Abfahrt die Ausruestung zurueck brachten und uns wie kleine Kinder einer feuchtfroehlichen Schneeballschlacht widmeten, in die abwechselnd Alberto, Paola oder Maya involviert wurden- ob sie wollten oder nicht *g*.
So viel Spaß hatte ich schon lang nicht mehr! Es war einfach großartig!
Am Ende waren wir total durchnaesst und haben tierisch gefroren, weshalb wir uns erst auf den Fußweg in Richtung des Sees machten, bis zu einem Aussichtspunkt, von wo aus man das Tal ueberblicken konnte. Anschließend haben wir in einer Huette mit Holzofen eineinhalb Stunden auf Alberto gewartet, der ,begeistert wie ein kleines Kind mit einem neuen Spielzeug, immer wieder den Hang hoch stapfte um ihn von Neuem herunter zu rutschen.
Die Heimfahrt war sehr amuesant, zuerst unterhielten wir uns ueber Lenas kruemelige Art Kekse zu essen, sind so auf Kruemelmonster und die Sesamstraße gekommen und als ich dann angefangen hab „Wer-Wie-Was“ zu singen fragte Paola unverbluemt „Wer will Radio hoeren?“
Das fuehrte dann zu witzigen Differenzen beim Musikgeschmak zwischen chilenischer und deutscher Fraktion, wobei Lena und ich auf der Rueckbank Party gemacht, getanzt, gesungen und Maya mit einem Stift Punkte auf die Nase gemalt haben, weil sie tief und fest geschlafen hat. *g*
Es war der tollste und wunderschoenste Tag bisher- und es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich dort hin bin!
Hi Katharina,
AntwortenLöschenjetzt haben wir mal fleißig nachgeschaut, wo Du gerade bist. Das war für uns 5 wie Urlaub/ Abenteuer...
Toll, dass Du uns an Deinen Erlebnissen teilhaben lässt. Wir wünschen Dir weiterhin viel Spass - ganz tolle Erfahrungen....
Liebe Grüsse
die 5 Schützen
Hi Katha!
AntwortenLöschenMann- erlebst du viel, das ist ja der Wahnsinn!
habe mir gerade diese beeindruckenden Fotos angesehen, wow.
Ich denke oft an dich und wie es dir wohl so geht - jetzt habe ich einen Eindruck von euren Unternehmungen bekommen.
Alles Gute dir und viele liebe Grüße.
Deine Caro aus Dänemark