Die große Peña
... darunter versteht man eine Feier zu Ehren der Unabhängigkeit Chiles, die am 18.September stattfindet. Dieses Jahr ist es sogar eine ganz besondere, da Chile seinen 200sten Geburtstag feiert. Das bedeutet im Allgemeinen, dass einfach alles dekoriert wird und man an jeder Straßenecke chilenische Fahnen kaufen kann. In der Schule wird die Peña immer zwei Wochen vorher gefeiert, da der eigentliche Nationalfeiertag in Form von vier Feiertagen zelebriert wird.
In der Schule werden alle Klassenzimmer geschmückt und jeder Schüler ist mit Feuereifer dabei. Auch die große Turnhalle wird dekoriert, da in dieser das Fest für die Familien abgehalten wird.
Die große Peña in der Schule soll den Eltern der Schüler zum Austausch untereinander dienen, aber natürlich auch um gemeinsam den wohl wichtigsten Tag im Jahr zu feiern.
Tag der Peña:
Die Peña wird immer am Sonntag gefeiert. Am Samstag haben aber schon einige fleißigen Mamas und Tanten die Füllungen für die Empanadas vorbereitet.
(von 9 Uhr morgens bis 19 Uhr abends)
Am Sonntag gab es dann typisch chilenische Gerichte zu essen: Empanadas (gefüllte Teigtaschen), Completos (Hotdog nur mit Palta- (Avokado)paste drauf), selber gemachte Papas Fritas (Pommes), Fleischspieße und Würstchen vom Grill. Nicht zu vergessen sind die chilenischen Tartas: groß und abnormal süß.
Maya, Lena und ich mussten alle bei verschiedenen Ständen mithelfen. Maya verkaufte Papas Fritas, Lena Kaffee und Kuchen, ich war fuer die Completos zustaendig. Da Lena ihre „gute Kamera“ dabei hatte, war sie aber die meiste Zeit damit beschäftigt Fotos zu machen und das im Auftrag vom Chef.
Die Empanadas wurden den ganzen Tag über von einigen Müttern im Lehrerzimmer (Sala de Profesoras) zubereitet, so dass diese vom eigentlichen Fest gar nichts mitbekommen haben.
In der „Küche“ selbst sah es ziemlich lustig aus. Alles war voller Mehl und Teig. In der einen Ecke haben die einen den Teig flach gewerkelt, in der anderen wurden die fertigen Empanadas im heißen Fett frittiert und in der Mitte am großen Tisch wurden die Empanadas zubereitet. Obwohl das alles ziemlich viel Arbeit macht, waren alle immer gut aufgelegt und mit einem Lächeln auf den Lippen unterwegs. Da die Frittierstellen in der Küche nicht ausreichten, wurde sogar noch an zwei Stellen in der Scheune gekocht.
Bei uns würde das Gesundheitsamt wohl den Laden dicht machen, da es sich bei der Scheune um den Stadel handelt, in dem die Reittherapie stattfindet. Zudem sind die großen Kochtöpfe auch schon etwas in die Jahr gekommen. Geschmeckt hat aber alles.
In der Turnhalle hat man von dem Stress in der Küche nichts mitbekommen. Nur wenn sich eine Lieferung Empanadas etwas verspätete, so dass die Kunden warten mussten, hat man die Hektik in der Küche erahnen können.
Bei den Papas Fritas kam es häufig zur Warteschlangenbildung, da die Fritteuse nicht richtig warm wurde. Daher wurden auch einige Pommes in einem der Töpfe für die Empanadas gemacht.
Für die musikalische Gestaltung haben nacheinander drei verschiedene Bands gespielt und es wurde viel Cueca getanzt. Auch Maya und ich haben uns an dem Nationaltanz der Chilenen versucht, allerdings nicht sonderlich erfolgreich
Beim Cueca geht es eigentlich darum, dass die Frau vor dem Mann wegläuft und ihn verfuehrt, dabei flirtet sie mit einem Taschentuch, dass sowohl Sie als auch Er in den Haenden halten.
Die Peña war ziemlich gut besucht, so dass am Anfang sogar noch die Tanzfläche mit Tischen vollgestellt wurde damit alle Platz fanden. Da die Musik ziemlich laut war, gingen Lena und ich irgendwann nach draußen und übernahmen gewissermaßen die Kinderbetreuung.
Wir haben mit Basti, einem Schüler von Lena, und Raul Basketball und Tischtennis gespielt, was ziemlich lustig war, da weder Raul noch Basti über den Rand der Platte schauen konnten. Eigentlich waren wir meiste Zeit mit Ball aufheben beschäftigt.
So gegen sieben hatten dann alle Gäste das Fest verlassen und wir widmeten uns dem Aufraeumen.
Zu Hause in der Wohnung war dann erst mal eine ausgiebige Dusche noetig um den Fett- und Frittiergestank wieder loszuwerden
Es war ein schoenes Fest und sehr interessant das einmal mit zu erleben!
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