Aaaalso, weil mich jetzt schon mehrfach Leute gefragt ham wo man den an mich hinschreiben kann, geb ich euch hier die Adresse von Paola, der Freundin mit der wir öfters mal was unternehmen. Es ist sicherer an Chilenen zu schreiben, da hier öfter was abhanden kommt.... :) Schreibt einfach meinen Namen drüber. Post nach Chile dauert für Briefe und Karten 10-20 Tage, für Päckchen 2- 2 1/2 Monate.
Katharina
Arturo Perez Canto
Casa 26
Villa Capitan Ignacio Carra Pinto
Los Angeles
CHILE
Ab dem 8. August werde ich ein Jahr in Chile verbringen. Damit der Kontakt zu allen lieben Menschen nicht abbricht, und ich nicht jedem einzeln von meinen Erlebnissen erzählen muss ;) habe ich diesen Blog eingerichtet! Viel Spaß beim Stöbern!
DA BIN ICH !!! *g*
Freitag, 26. November 2010
Sonntag, 7. November 2010
Pilgerfahrt nach Santiago
Die Pilgerfahrt war der Hammer!!! Es war mit Abstand das beste Wochenende seit ich hier bin!
Los gings am Freitag Abend, 22.Oktober um 22 Uhr (eigentlich um 21 Uhr, aber man kennt ja die Chilenen ). Der Bus war voll von etwa 40 Jugendlichen in unserem Alter und Anfang/ Mitte 20. Fast alle aus de Barroquia, der Kirche, in der Alberto immer ist. Ich war zwar hundemüde, aber da vor mir ein möchtegern Radiomoderator saß, der dauernd gesungen und kommentiert hat, war an Schlafen nicht zu denken . Insgesamt hielten wir zwei mal an, bei der letzten parada zogen wir uns gleich die kurzen Hosen an, mit denen wir schließlich um kurz nach 6 Uhr aus dem Bus stiegen. Es war noch dunkel aber dennoch strömten schon Massen an junger Leute, ausgestattet mit Bildern, Plakaten und Rucksäcken an uns vorbei, um die Fahrbahn der Autobahn zu überqueren, die die Polizei extra für uns immer wieder für kurze Zeit sperrte.
Bis wir uns alle gesammelt hatten und unsere Umhängeausweise ausgefüllt waren, verging nochmal fast eine Stunde. Gegen 7 Uhr brachen wir schließlich die 27 km lange Strecke bis zum Santuario de la Teresa de los Andes auf.
Inzwischen liefen schon so viele an uns vorbei, dass ich beinahe dachte wir wären bestimmt die letzten. Unglaublich diese Menschenmasse! Alberto meinte aber dass bis 14 Uhr dauerhaft ununterbrochen Gruppen aufbrechen.
Das erste Stück war eben, doch schon bald begann der kurvenreiche Aufstieg über die Andenausläufer. Noch war es wolkig aber dennoch konnte man im Morgengrauen die Wärme des Tages erahnen. Auf der kompletten Wegesstrecke erwarteten uns unterschiedliche Stationen. Immer begleitet von Musik und Tanz und Sprüchen/Mottos, bekamen wir mal eine selbst gebastelte Blume aus Moosgummi geschenkt, verewigten uns mit Fingerabdrücken oder Unterschrift, ließen uns Smilies und Segenskreuz ins Gesicht malen, bekamen Stempel, Armbänder und ein Pappkreuz geschenkt.
Maya haben wir schon ziemlich früh aus den Augen verloren und so liefen Lena und ich gemeinsam. Eine sehr entspannte Wanderung, mit Pausen an den vielen Obst, Empanada und Mitbringselständen. Fotostopps und gemütliche Unterhaltungen waren natürlich unsere Hauptbeschäftigung
Die Hälfte der Strecke wurde durch ein riesiges Kreuz markiert. Das Gedränge dort war so groß, dass es an eine Ameisenstadt erinnerte. Viele berührten mit ihren Pappkreuzen das große Kreuz und beteten. Während des Aufstiegs gab es immer wieder Stellen von wo aus man hinabschauen konnte auf den unendlichen Menschenstrom, der uns folgte. Als die Sonne durch die Wolken trat was das Gefühl einfach unbeschreiblich. Wir stapften da an bizarren Felsblöcken vorbei, so in der Art des Gran Canion (von der Farbe her), ein einziger, riesiger, rotbrauner Berg. Der Weg gesäumt von wilden Kakteen, Buschwerk, steilen Abhängen und eben den vielen Leuten, die einfach Completos, Erdbeeren, Bananen, Äpfel, Orangen, Ananas, Bebidas und sonstiges eingekauft hatten um sie an die vielen Pilger wieder zu verkaufen.
Immer wieder schenkten große Tanklaster Wasser aus und sogar für Klos wurde mit unzähligen Dixikloansammlungen bestens gesorgt. Immer wieder waren kleine Zelte aufgebaut ohne Wand, unter denen Pfarrer zur Beichte einluden. Einige Pilger hatten ihre Gitarre dabei, was immer für wunderbare Stimmung sorgte.
An der Station der Alegria, wo Pantomime-Darsteller und Clowns für gute Laune sorgten, wurde ich gefragt woher ich komme. Daraufhin sprang der Clown zur Bühne, rief dem Moderator etwas zu, der dann laut durch sein Mikro grölte: „Alemania, dónde esta Alemania?“
Da Lena gerade auf m Klo war, stand ich ziemlich alleine da mit den Armen in der Luft- so die Vertretung für Deutschland sozusagen *g*
Nach dem Kreuz ging der Weg stetig bergab, bis wir in einiger Entfernung den riesigen Busparkplatz sehen konnten. Soweit wir sehen konnten nur Busdächer- einfach unglaublich viele Leute müssen da vor und hinter uns unterwegs sein!
Unser Ziel war eine schöne helle Kirche auf einem riesengroßen Platz, der wiederum von großen Wiesen und Grünflächen umgeben war. Weder vom Platz und noch weniger von der Wiese war viel zu sehen. Alles, einfach ALLES voller Menschen! Einige haben gegrillt, gepicknickt, geschlafen, geschwätzt oder sind einfach nur da gesessen. Unter der Kirche war ein Raum, den man von der Seite aus betreten konnte. Eine sehr sehr lange Schlange bildete sich am Eingang um das Grab der Teresa de los Andes zu besuchen. Es war ein schöner, farbenfroher aber abgedunkelter Raum. Eine Band hat wunderschöne und zur Atmosphäre passende Lieder gespielt und die Leute haben Blumen und Kerzen niedergelegt und gebetet. Um 17 Uhr fand schließlich der Abschiedsgottesdienst unter dem Motto „Una mesa para todos“ (Ein Tisch für alle) statt. Unzählige Priester in wunderschönen weißen Gewändern und bunten Schärpen, sowie drei Bischöfe wohnten der Zeremonie bei. Das Kirchenoberhaupt Chiles hielt die Predigt. Zu meiner Überraschung überhaupt nicht konservativ sondern sehr liberal. Einige Jugendliche untermalten die Festlichkeit mit Tänzen und einem Einzug der Bibel, wobei sich mehrere Kinder beim Tragen abwechselten. Alle in unterschiedlichen Gewändern gekleidet: Mapuche, Inka, normal und nochmal irgendwie anders. Die Lieder wurden eifrig mit dem Gewinke der vielen bunten Kreuze, die wir an der Halbzeitstation erhielten, begleitet.
Lena, Maya, Alberto und ich standen oben vor der Kirche, von wo aus man den ganzen Platz überblicken konnte und die bunten Wellen noch faszinierender waren.
Nach dem Abendmahl ist es bei der Pilgerfahrt Brauch mit ganz vielen Leuten einen großen Kreis zu bilden und sich entweder bei der Hand zu nehmen oder die Schulter zu umarmen und wir Rumpelstilzchen im Ring rum zu hüpfen. Ich hab mich einfach mal zu ner Gruppe Jugendlicher dazugemischt und bin wild mit gehüpft. Beim nächsten Refrain hat sich auch Lena ein Herz gefasst und wir sind abgegangen wie Harry hat nen Heidenspaß gemacht!
Nach der Messe sind wir alle wieder zum Bus zurück und kamen sogar relativ zügig vom Parkplatz weg . Die Fahr führte nach Santiago, wo es eigentlich hieß wir würden in einer Turnhalle übernachten- aber dem war nicht so. Zum Glück! Denn so wurde die Übernachtung zu mit dem coolsten Erlebnis an diesem Wochenende!
Ich wollte schon immer mal in einem Kloster schlafen und diese Nacht sollte sich die Gelegenheit dazu bieten! Wow!
Im Seitenflügel eines sehr renovierungsbedürftigen Klosters, richtig alt mit breiter, knarzender Holztreppe und Einzelzellen mit jeweils einem Bett darin. Die Jungs waren im ersten Stock, die Mädels im zweiten untergebracht- streng getrennt versteht sich
Da es nur acht Zimmer gab und wir etwa dreimal so viele Leute waren, sind Lena, Maya und ich zusammen in ein Zimmer. Sie waren ziemlich groß und dadurch dass außer einem Bett und einem Stuhl keinerlei Mobiliar vorhanden war, bot es genug Platz um auf dem Boden zu schlafen. Voll cool! Es war zwar hart und hat ein bisschen weh getan aber nachdem wir über 40 Stunden wach waren, schläft es sich überall super!
Vorher hieß es aber noch duschen und den ganzen Staub abwaschen. Zu unserer Überraschung gab es sechs kleine Zellen mit Dusche, Klo und Waschbecken. Alle sauber und schön. Richtig zufrieden dreh ich so das Wasser auf und musste mir einen Aufschrei unterdrücken. Der kam dafür aus der Zelle neben mir . Das Wasser war einfach nur schweinekalt!!! Doch zu spät: Meine Haare waren eh schon nass. So schnell hab ich glaub ich noch nie gesduscht *g*
Anschließend hieß es ab in die Falle und Buenas Noches!
Am Sonntagmorgen war um halb neun auf dem Gang schon Halligalli. Wir haben schnell unsere Sachen zusammengepackt und in den Bus gebracht. Danach gab es draußen auf ausgeräumten Kirchenbänken unter Weinlaub und Bäumen bei Sonnenschein für alle Frühstück. Ein Mädchen hatte Geburtstag, weshalb wir kräftig gesungen haben. Es blieb nicht bei einem Lied. Auch ein Singspiel und andere fröhliche Lieder, es war einfach irgendwie schön.
Nach den Essen stiegen wir alle wieder in den Bus. Ein Teil der Gruppe wollte in einen Vergnügungspark in Santiago, ein anderer Teil ins Zentrum. Da ich auch in Deutschland in Freizeitparks gehen kann und in die Innenstadt von Santiago nicht, hab ich mich zusammen mit Lena, die keine Achterbahn fahren kann (man beachte die Kurvenfahrt in den Nationalpark von Angol *g*), und Maya der zweiten Gruppe angeschlossen.
An der Präsidentenresidenz, wo eine chilenische Flagge so groß wie ein Handballfeld hängt, sind wir ausgestiegen und zur Plaza gelaufen, die direkt an die Moneda anschließt. Dort war die Kapsula ausgestellt, in der die 33 Mineros die Woche zuvor aus dem Berg hochgeholt worden sind. Ich stand mit offenen Augen und Mund da. Das Teil ist so dermaßen klein, dass man sich fast nicht vorstellen kann, wie da ein Mensch, geschweige denn ein erwachsener Mann jemals reinpassen soll! Es erinnerte an eine Rakete, die Beförderungskabine ist aus Gitter und an der Seite sind kleine Rollen angebracht, damit die Kapsula sich besser hoch und runter bewegen lässt. Sie haben exakt die Schulterbreite des breitesten Mineros genommen und danach das Ding angefertigt. Ich glaub da hätt ich wirklich Platzangst drinnen!
Nach der Kapsula sind wir noch ins Museum der Mondea gegangen, was auch sehr witzig was, da am Eingang so ne Art Wasserfall war und wir uns somit beim Rein- und Rausgehen ne kleine Wasserschlacht leisten konnten.
Weiter gings mit der Metro in die Nähe des Cerro San Cristóbal- ein sehr hoher und genauso steiler Aussichtsberg, von dem aus man ganz Santiago sehen kann: d.h. so weit das Auge reicht.
Ganz oben auf der Spitze thront eine riesige Virgen in weiß: unser Ziel des Tages.
Weil wir keine Weicheier sind und noch dazu Schwaben, die ihr Geld zusammen halten , sind wir nicht wie die anderen Mädels mit der Bergbahn gefahren, sondern mit den Jungs den Fußweg gegangen. In der glühenden Mittagssonne (ich möchte nicht wissen, wie das im Sommer ist…) war der teils sehr steile Weg schon nicht ganz unanstrengend- dafür aber sehr schön!
Mit jedem Meter wurden die Häuser immer kleiner. Am Weg entlang gab es öfters die Möglichkeit unter schattenspendenden Bäumen zu rasten und wir haben uns mit den Jungs echt gut unterhalten. Es waren viele Menschen unterwegs und kurz bevor wir oben waren, gab es einen Trinkwasserhahn, an dem sich alle erfrischen konnten. Auch einem ehemals weißer Hund, der pitschnass und schlammgrau/schwarz war, gefiel die Abkühlung und er schüttelte sich so richtig aus- den Dreck in alle Richtungen spritzend. Dumm nur dass ich genau daneben stand
Das letzte Wegstück ging schnell und ganz oben, am Fuße der Virgen gab es eine kleine runde Kapelle. Sie war noch hübscher und bezaubernder gestaltet als das Grab der Teresa. So bunt und farbenfroh, fröhlich und beschwingend leicht, aber nicht kitschig. Dort herrschte eine so gemütliche Atmosphäre, dass ich gar nicht raus wollte.
Draußen jedoch, bis zum Horizont wo die Anden anfangen sah man einfach nur Stadt: Häuser, Häuser, Häuser! Unvorstellbar!
Mit dem Abstieg mussten wir uns beeilen, da wir uns mit den Seilbahnfahrern zum Mittagessen verabredet hatten. Nicolas und ich haben beschlossen loszurennen und uns zu versecken um die Nachkommenden zu erschrecken. Nachdems beim ersten mal nicht funktioniert hat, weils ihn voll hingeschmissen hat, haben wir es aber beim zweiten mal geschafft *g*
Es war irgendwie witzig so zu zweit den Berg runter zu rennen
Auf der Heimfahrt waren natürlich alle hundemüde, aber trotzdem mussten wir uns ja über das Erlebte austauschen. Die Jungs haben den Tag über von uns ein bisschen Deutsch gelernt und wir spanische Schimpfwörter, die wir prima für die ganzen Männer anwenden können die uns wie bescheuert hinterherpfeifen und gaffen. Wir haben Uno gespielt und Nicolas hat irgendwann rausgefunden dass ich wenn ich gekitzelt wird wir ein Ferkel quicken muss, was nicht nur bei ihm sondern auch bei Lena zu Lachanfällen geführt hat. Gefühlt die letzte Stunde Fahrt habe ich dann quietschend und quickend verbracht…bis um kurz vor 2 Uhr morgens. Ich jetzt nach dem vielen Lachen natürlich wieder voll fit
Trotzdem konnten wir schnell schlafen, das wunderschöne, unbeschwerte und ereignisreiche Wochenende noch mit ins Bett nehmend.







































Los gings am Freitag Abend, 22.Oktober um 22 Uhr (eigentlich um 21 Uhr, aber man kennt ja die Chilenen ). Der Bus war voll von etwa 40 Jugendlichen in unserem Alter und Anfang/ Mitte 20. Fast alle aus de Barroquia, der Kirche, in der Alberto immer ist. Ich war zwar hundemüde, aber da vor mir ein möchtegern Radiomoderator saß, der dauernd gesungen und kommentiert hat, war an Schlafen nicht zu denken . Insgesamt hielten wir zwei mal an, bei der letzten parada zogen wir uns gleich die kurzen Hosen an, mit denen wir schließlich um kurz nach 6 Uhr aus dem Bus stiegen. Es war noch dunkel aber dennoch strömten schon Massen an junger Leute, ausgestattet mit Bildern, Plakaten und Rucksäcken an uns vorbei, um die Fahrbahn der Autobahn zu überqueren, die die Polizei extra für uns immer wieder für kurze Zeit sperrte.
Bis wir uns alle gesammelt hatten und unsere Umhängeausweise ausgefüllt waren, verging nochmal fast eine Stunde. Gegen 7 Uhr brachen wir schließlich die 27 km lange Strecke bis zum Santuario de la Teresa de los Andes auf.
Inzwischen liefen schon so viele an uns vorbei, dass ich beinahe dachte wir wären bestimmt die letzten. Unglaublich diese Menschenmasse! Alberto meinte aber dass bis 14 Uhr dauerhaft ununterbrochen Gruppen aufbrechen.
Das erste Stück war eben, doch schon bald begann der kurvenreiche Aufstieg über die Andenausläufer. Noch war es wolkig aber dennoch konnte man im Morgengrauen die Wärme des Tages erahnen. Auf der kompletten Wegesstrecke erwarteten uns unterschiedliche Stationen. Immer begleitet von Musik und Tanz und Sprüchen/Mottos, bekamen wir mal eine selbst gebastelte Blume aus Moosgummi geschenkt, verewigten uns mit Fingerabdrücken oder Unterschrift, ließen uns Smilies und Segenskreuz ins Gesicht malen, bekamen Stempel, Armbänder und ein Pappkreuz geschenkt.
Maya haben wir schon ziemlich früh aus den Augen verloren und so liefen Lena und ich gemeinsam. Eine sehr entspannte Wanderung, mit Pausen an den vielen Obst, Empanada und Mitbringselständen. Fotostopps und gemütliche Unterhaltungen waren natürlich unsere Hauptbeschäftigung
Die Hälfte der Strecke wurde durch ein riesiges Kreuz markiert. Das Gedränge dort war so groß, dass es an eine Ameisenstadt erinnerte. Viele berührten mit ihren Pappkreuzen das große Kreuz und beteten. Während des Aufstiegs gab es immer wieder Stellen von wo aus man hinabschauen konnte auf den unendlichen Menschenstrom, der uns folgte. Als die Sonne durch die Wolken trat was das Gefühl einfach unbeschreiblich. Wir stapften da an bizarren Felsblöcken vorbei, so in der Art des Gran Canion (von der Farbe her), ein einziger, riesiger, rotbrauner Berg. Der Weg gesäumt von wilden Kakteen, Buschwerk, steilen Abhängen und eben den vielen Leuten, die einfach Completos, Erdbeeren, Bananen, Äpfel, Orangen, Ananas, Bebidas und sonstiges eingekauft hatten um sie an die vielen Pilger wieder zu verkaufen.
Immer wieder schenkten große Tanklaster Wasser aus und sogar für Klos wurde mit unzähligen Dixikloansammlungen bestens gesorgt. Immer wieder waren kleine Zelte aufgebaut ohne Wand, unter denen Pfarrer zur Beichte einluden. Einige Pilger hatten ihre Gitarre dabei, was immer für wunderbare Stimmung sorgte.
An der Station der Alegria, wo Pantomime-Darsteller und Clowns für gute Laune sorgten, wurde ich gefragt woher ich komme. Daraufhin sprang der Clown zur Bühne, rief dem Moderator etwas zu, der dann laut durch sein Mikro grölte: „Alemania, dónde esta Alemania?“
Da Lena gerade auf m Klo war, stand ich ziemlich alleine da mit den Armen in der Luft- so die Vertretung für Deutschland sozusagen *g*
Nach dem Kreuz ging der Weg stetig bergab, bis wir in einiger Entfernung den riesigen Busparkplatz sehen konnten. Soweit wir sehen konnten nur Busdächer- einfach unglaublich viele Leute müssen da vor und hinter uns unterwegs sein!
Unser Ziel war eine schöne helle Kirche auf einem riesengroßen Platz, der wiederum von großen Wiesen und Grünflächen umgeben war. Weder vom Platz und noch weniger von der Wiese war viel zu sehen. Alles, einfach ALLES voller Menschen! Einige haben gegrillt, gepicknickt, geschlafen, geschwätzt oder sind einfach nur da gesessen. Unter der Kirche war ein Raum, den man von der Seite aus betreten konnte. Eine sehr sehr lange Schlange bildete sich am Eingang um das Grab der Teresa de los Andes zu besuchen. Es war ein schöner, farbenfroher aber abgedunkelter Raum. Eine Band hat wunderschöne und zur Atmosphäre passende Lieder gespielt und die Leute haben Blumen und Kerzen niedergelegt und gebetet. Um 17 Uhr fand schließlich der Abschiedsgottesdienst unter dem Motto „Una mesa para todos“ (Ein Tisch für alle) statt. Unzählige Priester in wunderschönen weißen Gewändern und bunten Schärpen, sowie drei Bischöfe wohnten der Zeremonie bei. Das Kirchenoberhaupt Chiles hielt die Predigt. Zu meiner Überraschung überhaupt nicht konservativ sondern sehr liberal. Einige Jugendliche untermalten die Festlichkeit mit Tänzen und einem Einzug der Bibel, wobei sich mehrere Kinder beim Tragen abwechselten. Alle in unterschiedlichen Gewändern gekleidet: Mapuche, Inka, normal und nochmal irgendwie anders. Die Lieder wurden eifrig mit dem Gewinke der vielen bunten Kreuze, die wir an der Halbzeitstation erhielten, begleitet.
Lena, Maya, Alberto und ich standen oben vor der Kirche, von wo aus man den ganzen Platz überblicken konnte und die bunten Wellen noch faszinierender waren.
Nach dem Abendmahl ist es bei der Pilgerfahrt Brauch mit ganz vielen Leuten einen großen Kreis zu bilden und sich entweder bei der Hand zu nehmen oder die Schulter zu umarmen und wir Rumpelstilzchen im Ring rum zu hüpfen. Ich hab mich einfach mal zu ner Gruppe Jugendlicher dazugemischt und bin wild mit gehüpft. Beim nächsten Refrain hat sich auch Lena ein Herz gefasst und wir sind abgegangen wie Harry hat nen Heidenspaß gemacht!
Nach der Messe sind wir alle wieder zum Bus zurück und kamen sogar relativ zügig vom Parkplatz weg . Die Fahr führte nach Santiago, wo es eigentlich hieß wir würden in einer Turnhalle übernachten- aber dem war nicht so. Zum Glück! Denn so wurde die Übernachtung zu mit dem coolsten Erlebnis an diesem Wochenende!
Ich wollte schon immer mal in einem Kloster schlafen und diese Nacht sollte sich die Gelegenheit dazu bieten! Wow!
Im Seitenflügel eines sehr renovierungsbedürftigen Klosters, richtig alt mit breiter, knarzender Holztreppe und Einzelzellen mit jeweils einem Bett darin. Die Jungs waren im ersten Stock, die Mädels im zweiten untergebracht- streng getrennt versteht sich
Da es nur acht Zimmer gab und wir etwa dreimal so viele Leute waren, sind Lena, Maya und ich zusammen in ein Zimmer. Sie waren ziemlich groß und dadurch dass außer einem Bett und einem Stuhl keinerlei Mobiliar vorhanden war, bot es genug Platz um auf dem Boden zu schlafen. Voll cool! Es war zwar hart und hat ein bisschen weh getan aber nachdem wir über 40 Stunden wach waren, schläft es sich überall super!
Vorher hieß es aber noch duschen und den ganzen Staub abwaschen. Zu unserer Überraschung gab es sechs kleine Zellen mit Dusche, Klo und Waschbecken. Alle sauber und schön. Richtig zufrieden dreh ich so das Wasser auf und musste mir einen Aufschrei unterdrücken. Der kam dafür aus der Zelle neben mir . Das Wasser war einfach nur schweinekalt!!! Doch zu spät: Meine Haare waren eh schon nass. So schnell hab ich glaub ich noch nie gesduscht *g*
Anschließend hieß es ab in die Falle und Buenas Noches!
Am Sonntagmorgen war um halb neun auf dem Gang schon Halligalli. Wir haben schnell unsere Sachen zusammengepackt und in den Bus gebracht. Danach gab es draußen auf ausgeräumten Kirchenbänken unter Weinlaub und Bäumen bei Sonnenschein für alle Frühstück. Ein Mädchen hatte Geburtstag, weshalb wir kräftig gesungen haben. Es blieb nicht bei einem Lied. Auch ein Singspiel und andere fröhliche Lieder, es war einfach irgendwie schön.
Nach den Essen stiegen wir alle wieder in den Bus. Ein Teil der Gruppe wollte in einen Vergnügungspark in Santiago, ein anderer Teil ins Zentrum. Da ich auch in Deutschland in Freizeitparks gehen kann und in die Innenstadt von Santiago nicht, hab ich mich zusammen mit Lena, die keine Achterbahn fahren kann (man beachte die Kurvenfahrt in den Nationalpark von Angol *g*), und Maya der zweiten Gruppe angeschlossen.
An der Präsidentenresidenz, wo eine chilenische Flagge so groß wie ein Handballfeld hängt, sind wir ausgestiegen und zur Plaza gelaufen, die direkt an die Moneda anschließt. Dort war die Kapsula ausgestellt, in der die 33 Mineros die Woche zuvor aus dem Berg hochgeholt worden sind. Ich stand mit offenen Augen und Mund da. Das Teil ist so dermaßen klein, dass man sich fast nicht vorstellen kann, wie da ein Mensch, geschweige denn ein erwachsener Mann jemals reinpassen soll! Es erinnerte an eine Rakete, die Beförderungskabine ist aus Gitter und an der Seite sind kleine Rollen angebracht, damit die Kapsula sich besser hoch und runter bewegen lässt. Sie haben exakt die Schulterbreite des breitesten Mineros genommen und danach das Ding angefertigt. Ich glaub da hätt ich wirklich Platzangst drinnen!
Nach der Kapsula sind wir noch ins Museum der Mondea gegangen, was auch sehr witzig was, da am Eingang so ne Art Wasserfall war und wir uns somit beim Rein- und Rausgehen ne kleine Wasserschlacht leisten konnten.
Weiter gings mit der Metro in die Nähe des Cerro San Cristóbal- ein sehr hoher und genauso steiler Aussichtsberg, von dem aus man ganz Santiago sehen kann: d.h. so weit das Auge reicht.
Ganz oben auf der Spitze thront eine riesige Virgen in weiß: unser Ziel des Tages.
Weil wir keine Weicheier sind und noch dazu Schwaben, die ihr Geld zusammen halten , sind wir nicht wie die anderen Mädels mit der Bergbahn gefahren, sondern mit den Jungs den Fußweg gegangen. In der glühenden Mittagssonne (ich möchte nicht wissen, wie das im Sommer ist…) war der teils sehr steile Weg schon nicht ganz unanstrengend- dafür aber sehr schön!
Mit jedem Meter wurden die Häuser immer kleiner. Am Weg entlang gab es öfters die Möglichkeit unter schattenspendenden Bäumen zu rasten und wir haben uns mit den Jungs echt gut unterhalten. Es waren viele Menschen unterwegs und kurz bevor wir oben waren, gab es einen Trinkwasserhahn, an dem sich alle erfrischen konnten. Auch einem ehemals weißer Hund, der pitschnass und schlammgrau/schwarz war, gefiel die Abkühlung und er schüttelte sich so richtig aus- den Dreck in alle Richtungen spritzend. Dumm nur dass ich genau daneben stand
Das letzte Wegstück ging schnell und ganz oben, am Fuße der Virgen gab es eine kleine runde Kapelle. Sie war noch hübscher und bezaubernder gestaltet als das Grab der Teresa. So bunt und farbenfroh, fröhlich und beschwingend leicht, aber nicht kitschig. Dort herrschte eine so gemütliche Atmosphäre, dass ich gar nicht raus wollte.
Draußen jedoch, bis zum Horizont wo die Anden anfangen sah man einfach nur Stadt: Häuser, Häuser, Häuser! Unvorstellbar!
Mit dem Abstieg mussten wir uns beeilen, da wir uns mit den Seilbahnfahrern zum Mittagessen verabredet hatten. Nicolas und ich haben beschlossen loszurennen und uns zu versecken um die Nachkommenden zu erschrecken. Nachdems beim ersten mal nicht funktioniert hat, weils ihn voll hingeschmissen hat, haben wir es aber beim zweiten mal geschafft *g*
Es war irgendwie witzig so zu zweit den Berg runter zu rennen
Auf der Heimfahrt waren natürlich alle hundemüde, aber trotzdem mussten wir uns ja über das Erlebte austauschen. Die Jungs haben den Tag über von uns ein bisschen Deutsch gelernt und wir spanische Schimpfwörter, die wir prima für die ganzen Männer anwenden können die uns wie bescheuert hinterherpfeifen und gaffen. Wir haben Uno gespielt und Nicolas hat irgendwann rausgefunden dass ich wenn ich gekitzelt wird wir ein Ferkel quicken muss, was nicht nur bei ihm sondern auch bei Lena zu Lachanfällen geführt hat. Gefühlt die letzte Stunde Fahrt habe ich dann quietschend und quickend verbracht…bis um kurz vor 2 Uhr morgens. Ich jetzt nach dem vielen Lachen natürlich wieder voll fit
Trotzdem konnten wir schnell schlafen, das wunderschöne, unbeschwerte und ereignisreiche Wochenende noch mit ins Bett nehmend.
Pucón
Am 12.10.2010 vor 518 Jahren ist Columbus in Amerika gelandet. Ein weiterer Feiertag für die Chilenen- was ich jedoch nicht so ganz verstehe, da die Entdeckung und Eroberung ja mehr Schaden als Glück gebracht hat, aber versteh einer die Chilenen
Da der Jahrestag auf einen Dienstag fiel und sie hier ein langes Wochenende bevorzugen, wurde der arbeitsfreie Tag auf Montag vorverlegt und am Dienstag wieder gearbeitet. Super für uns, da wir am Samstag zusammen mit Pao nach Pucón gefahren sind und die Nacht und den Montag gleich auch noch dort geblieben sind. Pucón ist ein schnuckeliger kleiner Ort im Süden. Er liegt direkt an einem riesengroßen, klaren See, fast am Fuße des Vulkans Villarica, der ruhelos qualmt. Man sieht ihn schon aus fast 200km Entfernung immer wieder wie er seine schneebedeckte Spitze gen Himmel streckt. Leider blieb uns nicht genug Zeit für eine geführte Tour bis ganz nach oben um die Lava an zu schauen. Auch der Besuch in einer der vielen Termen für die die Gegend bekannt ist fiel leider flach, da Maya und ich unser Badezeugs vergessen hatten
Im Sommer will ich unbedingt nochmal dort hin! In der Umgebung gibt es soooo viel zu sehen!
Alle Häuser in Pucón sind aus Holz. Und die, die es nicht sind, haben eine Holzverkleidung- sieht voll schön aus! Richtig urig, hab mir das vorher gar nicht vorstellen können, aber es ist echt heimelig.
Am Montag haben wir dann noch eine Laguna Azúl angeschaut. So blau wie der Blautopf in Ulm aber viel schöner und viel größer. Nur nicht so überrannt und mitten in der Natur. Hier ist alles viel freier. In Deutschland wären überall Absperrungen und man könnte nur Außen herumgehen. Hier bin ich z.B. auf einem toten Bau, der bis in die Mitte des Flusses gereicht hat, balanciert. Man konnte überall bis zum Wasser, immer drüber und an etwas hochklettern, theoretisch sogar darin baden wenn es nicht so kalt gewesen wäre. Wasserfälle, Hängebrücken, glitschige Steine (Maya ist ausgerutscht ), das Rauschen des Wassers, BLAU in ALL seinen Facetten: von azur über indigo bis türkis- es war atemberaubend schön!
Wir haben ein tolles, entspanntes Wochenende verbracht und von mir aus kann man die Feiertage ruhig öfters auf Montag oder Freitag verlegen damit es ein langes Wochenende gibt!!!! *g*


































Da der Jahrestag auf einen Dienstag fiel und sie hier ein langes Wochenende bevorzugen, wurde der arbeitsfreie Tag auf Montag vorverlegt und am Dienstag wieder gearbeitet. Super für uns, da wir am Samstag zusammen mit Pao nach Pucón gefahren sind und die Nacht und den Montag gleich auch noch dort geblieben sind. Pucón ist ein schnuckeliger kleiner Ort im Süden. Er liegt direkt an einem riesengroßen, klaren See, fast am Fuße des Vulkans Villarica, der ruhelos qualmt. Man sieht ihn schon aus fast 200km Entfernung immer wieder wie er seine schneebedeckte Spitze gen Himmel streckt. Leider blieb uns nicht genug Zeit für eine geführte Tour bis ganz nach oben um die Lava an zu schauen. Auch der Besuch in einer der vielen Termen für die die Gegend bekannt ist fiel leider flach, da Maya und ich unser Badezeugs vergessen hatten
Im Sommer will ich unbedingt nochmal dort hin! In der Umgebung gibt es soooo viel zu sehen!
Alle Häuser in Pucón sind aus Holz. Und die, die es nicht sind, haben eine Holzverkleidung- sieht voll schön aus! Richtig urig, hab mir das vorher gar nicht vorstellen können, aber es ist echt heimelig.
Am Montag haben wir dann noch eine Laguna Azúl angeschaut. So blau wie der Blautopf in Ulm aber viel schöner und viel größer. Nur nicht so überrannt und mitten in der Natur. Hier ist alles viel freier. In Deutschland wären überall Absperrungen und man könnte nur Außen herumgehen. Hier bin ich z.B. auf einem toten Bau, der bis in die Mitte des Flusses gereicht hat, balanciert. Man konnte überall bis zum Wasser, immer drüber und an etwas hochklettern, theoretisch sogar darin baden wenn es nicht so kalt gewesen wäre. Wasserfälle, Hängebrücken, glitschige Steine (Maya ist ausgerutscht ), das Rauschen des Wassers, BLAU in ALL seinen Facetten: von azur über indigo bis türkis- es war atemberaubend schön!
Wir haben ein tolles, entspanntes Wochenende verbracht und von mir aus kann man die Feiertage ruhig öfters auf Montag oder Freitag verlegen damit es ein langes Wochenende gibt!!!! *g*
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