DA BIN ICH !!! *g*

Samstag, 25. September 2010

Da ich heute sehr sehr viele Blogeintraege und Bilder eingestellt habe, duerft ihr euch einfach nicht mit der Startseite zufriedengeben, sondern muesst ein bisschen durchklicken! Viel Spass dabei!!!!!
Von Mittwoch auf Donnerstag Nacht hab ich mein erstes Erdbeben hier erlebt. (Die anderen hab ich verschlafen :))
Ich kam nachts vom Bad und konnte nicht gleich wieder einschlaftn, irgendwie war ich unruhig. Und ploetzlich fing alles an zu wackeln, ganz schnell und ruckartig. Obwohl ich Ohropacks drinnen hatte, hat man das Grollen gehoert, aehnlich wie wenn sich ein Zug naehert. Nach etwa fuenf Sekunden war die Bewegung vorbei, aber der Schreck und die Zittrigkeit blieben noch eine Weile.

Am Donnerstag wird im Colegio der Tag der Tías gefeiert. Jede Tía erhaelt von ihrer Profesora ein Geschenk und wir essen zusammen Mittag, da die Schueler schon frueher nach Hause geschickt werden. Hier gibt es echt fuer alles einen Tag! Den Tag der Profesora, den Tag des Doktors, des Physiotherapeuten, der Koechin, des Psychionlogen- jedes Berufsbild hat einen Tag, an dem es gefeiert wird. Die lassen echt keine Moeglichkeit aus um Party zu machen!
Von wegen "die spinnen die Roemer", es muss heissen: Die spinnen die Chilenen *g*
Schade dass es keinen Tag de las tías gringas gibt^^

Spontantrip nach Viña del Mar

Wow, wow, wow!
Vor ein paar Tagen waren wir mitten im September noch im Schnee- und eine Woche spaeter sitze ich am Sandstrand von Viña del Mar und lasse zusammen mit Lena die Drachen steigen, die wir am Tag zuvor gekauft haben.
Alles war so spontan, so aufregend abenteuerlich, so spannend und so neu!
Am Mittwoch fragten wir Carlos nach dem Jeep fuers Wochenende, da am Samstag den 18. September Chile seine Unabhaengigkeit von Spaniern feierte und daher sowohl Freitag, Samstag, Sonntag als auch Montag Feiertage sind. Weil wir nicht in Los Angeles bleiben wollten, da dieses Fest ueberwiegend in den Familien gefeiert wird und fuer uns daher eher langweilig waere, hatten wir vor nach Pucon in den Sueden zu fahren.
Carlos hatte den Jeep jedoch schon einem Freund versprochen und schlug uns vor mit dem Bus zu verreisen. Wenn schon Bus, dann koennen wir ja auch weiter weg haben wir uns gedacht, und auch gleich in den Norden fahren, wo es deutlich waermer waere als hier.
Unser Jefe war total begeistert von der Idee und schlug uns vor noch am selben Tag (Nacht) los zu fahren und erst am Dienstag wieder zu kommen.
Gesagt getan! Kaum zu Hause sind Lena und ich zum Tourbusbuero gelaufen und haben fuer dieselbe Nacht eine Fahrt nach Viña del Mar gebucht.
Fuenf Stunden spaeter saßen wir jeder mit seinem großen Rucksack bapackt im Bus, wo die folgenden 8 ½ Stunden im Halbschlaf relativ schnell vergingen.
Am Morgen fanden wir auch- kaum ausgestiegen- einen Typen, der uns fuer 75000 Pesos eine „kleine Wohnung, ruhig gelegen, drei Betten, Kueche, Bad, warmes Wasser und Fernseher“ andrehte. Blauaeugig wie wir waren hatten wir dann eine Bleibe zwischen zwei großen Straßen, verdreckt und verschimmelt, kalt, muffig, mini klein, ohne warmes Wasser, dafuer mit unvollstaendigem, schimmligen Geschirr und ohne Toepfe zum Kochen……… aber immerhin Nahe eines Supermarkts und nur 5-10 Minuten vom Meer entfernt, 25°C Außentemperatur, keine Wolke am Himmel- und da wir ohnehin nur nachts dort waren, war es nicht ganz so schlimm 
Wir waren in kurzen Hosen unterwegs, sind entlang der Peruanermaerkte, Basare und Obststaende geschlaendert und saßen barfuß am Strand, wo unzaehlige Chilenen ihre farbenpraechtigen Cometas (Drachen) in die Hoehe steigen ließen. Es ist hier Brauch, dass man etwas Klopapier an die Drachenschnur bindet und sich etwas wuenscht. Wenn die Schleife am Drachen oben ankommt, geht der Wunsch in Erfuellung.
Am Ende des Strandes haben wir eine Bucht gefunden, etwas windgeschuetzt zwischen großen Felsen. Das Meer war tuerkisblau, dann wurde es azur und danach dunkelblau und das Rauschen der Wellen, die sich am Sand brachen, war wunderbar beruhigend. Von ganz oben hatte man einen grandiosen Blick ueber Viña und Valparaiso. Es war total windig und ziemlich steil, aber die Sicht nach dem Aufstieg war gigantisch! Außerdem drohnte eine ueberdimensionale chilenische Flagge ueber der Bucht.
Abends fanden zweimal ganz große Feuerwerke statt, in chilenischen Nationalfarben versteht sich und mit einem Boot, das uebers Meer fuhr, beladen mit der bandera chilena.
Am letzten Abend haben wir als es dunkel wurde am Strand Wunschlichter steigen lassen, eine total schoene Idee, die Lena hatte!
Der Morgen unserer Abreise war ebenfalls von Festlichkeiten durchzogen: die in Valparaiso stationierte Marine salutierte mit so vielen großen Schiffen, dass wir sie gar nicht mehr zaehlen konnten, und brachte alle nur verfuegbaren Flugobjekte in die Luft, die eine riesige Flugshow darboten. Das Highlight waren fuenf Jets, die mit ihren Kondensstreifen den Stern der chilenischen Flagge in den blauen Himmel zauberten.
Nach einer super duper Heimfahrt mit dem Bus- ein Abenteuer fuer sich- sind wir wieder in unserer Wohnung, die ich durch unsere Urlaubsbleibe viel mehr schaetzen gelertn habe 
Die Fahrt ging von Viña nach Santiago wo wir 1 ½ Stunden Wartezeit gehabt haetten bis unser Anschlussbus um 00.15 Uhr abgefahren waere....................de Fakto ist er allerdings erst um 4.30 Uhr morgens eingetrudelt. Ausser einigen wenigen, die ebenfalls auf den Bus warteten, war das komplette Terminal leer. Die Putzfrauen haben ueberall rumgewisht, Tankwarte haben ihre Arbeit aufgenommen- und mittendrin eir: hundemuede, arschkalt, mit drei grossen Rucksaecken und noch groesserer Ungewissheitbezueglich wie und wann wir nach Hause kommen.
Zum Glueck ging alles gut und wir konnten sogar noch einen Sitzplatz ergattern. Vom Rueckweg selbst hab ich ausser dem Gestank der Bustoilette nicht viel mitbekommen.
In Los Angeles wollten wir uns ein Taxi nehmen- zu weit der Weg in unserem Zustand mit Gepaeck.
Der Taxifahrer wollte uns voll uebers Ohr hauen, aberich hab ihm dann klargemacht, dass wir fuer den Hinweg auch nicht so viel gezahlt haben und das fuer den Rueckweg auch nicht tun werden. So ein Vollhorst! Der denkt wohl nur weil wir Gringas sind kann er uns uebers Ohr hauen! Er hat uns dann doch mitgenommen und wollte uns unbedingt seine Handynummer geben „falls wir mal ein Taxi especial“ brauchen wuerden.
Was dankt der sich eigentlich?!!?!
Naja, jetzt haengt seine Nummer in unserer Wohnung an der Wand mit der Ueberschrift „Freunde die wir nicht brauchen“, direkt neben der von David (dem Typen aus Antuco), dem Vermieter aus Viña del Mar, und Juan Pedro, der sich nicht mehr meldet wil er beleidigt ist dass wir letztes Wochenende nicht mit ihm weggegangen sind. Da sammeln sich im Laufe des Jahres sicherlich noch einige Nummern an 


















































Antuco- ein Ausflug in die Unwirklichkeit

Am Sonntag sind Alberto und Paola mit uns nach Antuco gefahren, ein ehemals aktiver Vulkan, der in einem riesigen Nationalpark liegt. Der Weg entlang der geteerten Straße war ziemlich monoton, eine einzige, gerade Straße mitten durch neu aufgeforstetes Waldgebiet. Sobald wir aber den Ort Antuco erreicht hatten und die Straße in eine staubige Schotterpiste ueberging, veraenderte sich die Natur schlagartig und das Abenteuer begann.
Von Kieselsteinen bis zu mannshohen Felsbrocken, die mal scharfkantig und mal geschmeidig rund das Landschaftsbild bestimmten, bot sich uns zunaechst ein abstruser Anblick. In dem wenigen Blaetter- und Buschwerk, durch das sich der Weg schlaengelte, weidete eine Herde scheinbar wilder Pferde, die von einigen Kuehen begleitet wurde.
Der erste Stopp am Rande einer Schlucht, durch deren Tiefe sich ein ebenso kristallklarer wie eiskalter Bach seinen Lauf bahnte, war gigantisch. Nachdem wir zunaechst auf den Felsen herumgeklettert sind und voller Ehrfurcht hinunter geblickt hatten, fanden Maya und Lena einen Abstieg. Das Gestein erinnerte an gepressten Sand, war broeckelig und faszinierte mich total. Von unten betrachtet wirkte der Rand noch viel weite entfernt als von oben. Alberto erzaehlte mir, dass hier oefters Lachse flussaufwaerts wandern. Es war total witzig weil wir uns gegenseitig mit Wasser bestpritzten und auf den Steinen rumgehuepft sind. Ich wollte garnicht mehr zurueck zum Auto, aber Pao meinte es gaebe noch so viel Schoeneres zu sehen- also fuhren wir weiter.
Weit kamen wir jedoch nicht, denn nach nicht einmal drei Minuten gelangten wir an einen imposanten Wasserfall. Er war nicht groß- sprich das Wasser, das als „Wasserfall“ herunter fiel, entsprach eher einem kleineren Baechlein. Es viel aber von einer solchen Hoehe hinunter, dass es unten nur noch als Spritzer ankam und in einer atemberaubend schoenen Lagune muendete, die sich als Art Grotte in den Fels eingrub. Ueberall aus dem Gestein troff Wasser, das sich als wuerde es regnen, ueber den Teil des Gewaessers ergos, der vom Felsen ueberdacht wurde. Auf dem feuchten Stein hatte sich saftig gruenes Moos angesiedelt, das zusammen mit anderen feuchtliebenden, herunterhaengenden Pflanzen einen maerchenhaft idyllischen Anblick bot.
Gegeueber dieses wunderschoenen Naturschauspiels reichte eine mini Landzunge in das tuerkisblaue Wasser hinein, zu der man nur durch geschicktes Klettern ueber de rutschigen Steine gelangen konnte, die im FLußbett des von der Lagune wegfließenden Baches lagen.
Dummerweise hab ich mich ein bisschen ueberschaetzt, weshalt es mich ziemlich hingehauen hat und ich mir meine Handflaechen sowie ein Knie aufgeschlagen hab….
Aber das Bild, das sich uns von dort vorne bot war so ueberwaeltigend, dass es fuer alle Schmerzen entschaedigte!
Wie ein trockener Schwamm der alles Wasser in sich aufsaugt stand ich sprachlos und andaechtig, den Kopf in den Nacken gelegt vor der Grotte.
Der Kies unter mir war trocken und warm von der Sonne.
Kurz darauf kamen auch Lena und Maya vorne an, die beide ganz viele Fotos gemacht haben. So wie es aber tatsaechlich war, kann ich es nur im Herzen behalten, denn auf Bildern kommt das einfach nicht rueber.
Nach dieser langen Rast, von der mich die anderen kaum wegbewegen konnten, ging die Fahrt immer hoeher hinauf in Richtung des Vulkans.
Die wenige Vegetation, die sich bis dorthin gehalten hatte, erstarb und an ihre Stelle trat tiefschwarzes Vulkangestein, das von weißen Schneeflaechen durchzogen wurde, was ein bisschen an das Fell eines Zebras erinnerte.
Auf 1600 Metern Hoehe endete die Schotterpiste vorlaeufig in einem Parkplatz- das Weiterkommen bis zum See, der Mitte des riesigen Vulkankraters, wurde durch eine dicke Eis- und Schneeschicht verhindert. Im Jeep aßen wir unseren mitgebrachten Proviant, waehrend uns eine Gruppe Maenner auf eine Tasse Gluehbier einlud, das ziemlich gewoehnungsbeduerftig schmeckte. Nach einem Smalltalk und ein paar Fotos, steckte uns einer von ihnen seine Handynummer zu, mit den Worten: „Falls ihr mal einen Freund braucht.“ -Nein danke!  Wir haben genug Freunde *g*
Gegenueber dem Parkplatz fing direkt eine Skipiste an und Alberto war dermaßen motiviert Snowboardfahren zu lernen, dass Lena und ich einwilligten und uns Schuhe, Board und Hose beim Verleihhaeuschen ausliehen. Meine Hose war so riesig, dass Lena und ich ohne zu uebertreiben da zusammen reingepasst haetten. Mit dem Gurt, mit dem man normalerweise das Board am Bein besfaestigt, band ich dann die fuenfmal oben umgeschlagene Hose fest- und los gings!
Paola und Maya vergnuegten sich derweil mit einem Bob am Hang gegenueber. Es war total witzig Alberto das Fahren beizubringen. Der Schnee war jedoch so nass und sulzig, dass Lena und ich schon nach einer Abfahrt die Ausruestung zurueck brachten und uns wie kleine Kinder einer feuchtfroehlichen Schneeballschlacht widmeten, in die abwechselnd Alberto, Paola oder Maya involviert wurden- ob sie wollten oder nicht *g*.
So viel Spaß hatte ich schon lang nicht mehr! Es war einfach großartig!
Am Ende waren wir total durchnaesst und haben tierisch gefroren, weshalb wir uns erst auf den Fußweg in Richtung des Sees machten, bis zu einem Aussichtspunkt, von wo aus man das Tal ueberblicken konnte. Anschließend haben wir in einer Huette mit Holzofen eineinhalb Stunden auf Alberto gewartet, der ,begeistert wie ein kleines Kind mit einem neuen Spielzeug, immer wieder den Hang hoch stapfte um ihn von Neuem herunter zu rutschen.
Die Heimfahrt war sehr amuesant, zuerst unterhielten wir uns ueber Lenas kruemelige Art Kekse zu essen, sind so auf Kruemelmonster und die Sesamstraße gekommen und als ich dann angefangen hab „Wer-Wie-Was“ zu singen fragte Paola unverbluemt „Wer will Radio hoeren?“ 
Das fuehrte dann zu witzigen Differenzen beim Musikgeschmak zwischen chilenischer und deutscher Fraktion, wobei Lena und ich auf der Rueckbank Party gemacht, getanzt, gesungen und Maya mit einem Stift Punkte auf die Nase gemalt haben, weil sie tief und fest geschlafen hat. *g*
Es war der tollste und wunderschoenste Tag bisher- und es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich dort hin bin!