Vor ein paar Tagen waren wir mitten im September noch im Schnee- und eine Woche spaeter sitze ich am Sandstrand von Viña del Mar und lasse zusammen mit Lena die Drachen steigen, die wir am Tag zuvor gekauft haben.
Alles war so spontan, so aufregend abenteuerlich, so spannend und so neu!
Am Mittwoch fragten wir Carlos nach dem Jeep fuers Wochenende, da am Samstag den 18. September Chile seine Unabhaengigkeit von Spaniern feierte und daher sowohl Freitag, Samstag, Sonntag als auch Montag Feiertage sind. Weil wir nicht in Los Angeles bleiben wollten, da dieses Fest ueberwiegend in den Familien gefeiert wird und fuer uns daher eher langweilig waere, hatten wir vor nach Pucon in den Sueden zu fahren.
Carlos hatte den Jeep jedoch schon einem Freund versprochen und schlug uns vor mit dem Bus zu verreisen. Wenn schon Bus, dann koennen wir ja auch weiter weg haben wir uns gedacht, und auch gleich in den Norden fahren, wo es deutlich waermer waere als hier.
Unser Jefe war total begeistert von der Idee und schlug uns vor noch am selben Tag (Nacht) los zu fahren und erst am Dienstag wieder zu kommen.
Gesagt getan! Kaum zu Hause sind Lena und ich zum Tourbusbuero gelaufen und haben fuer dieselbe Nacht eine Fahrt nach Viña del Mar gebucht.
Fuenf Stunden spaeter saßen wir jeder mit seinem großen Rucksack bapackt im Bus, wo die folgenden 8 ½ Stunden im Halbschlaf relativ schnell vergingen.
Am Morgen fanden wir auch- kaum ausgestiegen- einen Typen, der uns fuer 75000 Pesos eine „kleine Wohnung, ruhig gelegen, drei Betten, Kueche, Bad, warmes Wasser und Fernseher“ andrehte. Blauaeugig wie wir waren hatten wir dann eine Bleibe zwischen zwei großen Straßen, verdreckt und verschimmelt, kalt, muffig, mini klein, ohne warmes Wasser, dafuer mit unvollstaendigem, schimmligen Geschirr und ohne Toepfe zum Kochen……… aber immerhin Nahe eines Supermarkts und nur 5-10 Minuten vom Meer entfernt, 25°C Außentemperatur, keine Wolke am Himmel- und da wir ohnehin nur nachts dort waren, war es nicht ganz so schlimm
Wir waren in kurzen Hosen unterwegs, sind entlang der Peruanermaerkte, Basare und Obststaende geschlaendert und saßen barfuß am Strand, wo unzaehlige Chilenen ihre farbenpraechtigen Cometas (Drachen) in die Hoehe steigen ließen. Es ist hier Brauch, dass man etwas Klopapier an die Drachenschnur bindet und sich etwas wuenscht. Wenn die Schleife am Drachen oben ankommt, geht der Wunsch in Erfuellung.
Am Ende des Strandes haben wir eine Bucht gefunden, etwas windgeschuetzt zwischen großen Felsen. Das Meer war tuerkisblau, dann wurde es azur und danach dunkelblau und das Rauschen der Wellen, die sich am Sand brachen, war wunderbar beruhigend. Von ganz oben hatte man einen grandiosen Blick ueber Viña und Valparaiso. Es war total windig und ziemlich steil, aber die Sicht nach dem Aufstieg war gigantisch! Außerdem drohnte eine ueberdimensionale chilenische Flagge ueber der Bucht.
Abends fanden zweimal ganz große Feuerwerke statt, in chilenischen Nationalfarben versteht sich und mit einem Boot, das uebers Meer fuhr, beladen mit der bandera chilena.
Am letzten Abend haben wir als es dunkel wurde am Strand Wunschlichter steigen lassen, eine total schoene Idee, die Lena hatte!
Der Morgen unserer Abreise war ebenfalls von Festlichkeiten durchzogen: die in Valparaiso stationierte Marine salutierte mit so vielen großen Schiffen, dass wir sie gar nicht mehr zaehlen konnten, und brachte alle nur verfuegbaren Flugobjekte in die Luft, die eine riesige Flugshow darboten. Das Highlight waren fuenf Jets, die mit ihren Kondensstreifen den Stern der chilenischen Flagge in den blauen Himmel zauberten.
Nach einer super duper Heimfahrt mit dem Bus- ein Abenteuer fuer sich- sind wir wieder in unserer Wohnung, die ich durch unsere Urlaubsbleibe viel mehr schaetzen gelertn habe
Die Fahrt ging von Viña nach Santiago wo wir 1 ½ Stunden Wartezeit gehabt haetten bis unser Anschlussbus um 00.15 Uhr abgefahren waere....................de Fakto ist er allerdings erst um 4.30 Uhr morgens eingetrudelt. Ausser einigen wenigen, die ebenfalls auf den Bus warteten, war das komplette Terminal leer. Die Putzfrauen haben ueberall rumgewisht, Tankwarte haben ihre Arbeit aufgenommen- und mittendrin eir: hundemuede, arschkalt, mit drei grossen Rucksaecken und noch groesserer Ungewissheitbezueglich wie und wann wir nach Hause kommen.
Zum Glueck ging alles gut und wir konnten sogar noch einen Sitzplatz ergattern. Vom Rueckweg selbst hab ich ausser dem Gestank der Bustoilette nicht viel mitbekommen.
In Los Angeles wollten wir uns ein Taxi nehmen- zu weit der Weg in unserem Zustand mit Gepaeck.
Der Taxifahrer wollte uns voll uebers Ohr hauen, aberich hab ihm dann klargemacht, dass wir fuer den Hinweg auch nicht so viel gezahlt haben und das fuer den Rueckweg auch nicht tun werden. So ein Vollhorst! Der denkt wohl nur weil wir Gringas sind kann er uns uebers Ohr hauen! Er hat uns dann doch mitgenommen und wollte uns unbedingt seine Handynummer geben „falls wir mal ein Taxi especial“ brauchen wuerden.
Was dankt der sich eigentlich?!!?!
Naja, jetzt haengt seine Nummer in unserer Wohnung an der Wand mit der Ueberschrift „Freunde die wir nicht brauchen“, direkt neben der von David (dem Typen aus Antuco), dem Vermieter aus Viña del Mar, und Juan Pedro, der sich nicht mehr meldet wil er beleidigt ist dass wir letztes Wochenende nicht mit ihm weggegangen sind. Da sammeln sich im Laufe des Jahres sicherlich noch einige Nummern an
Liebe Katharina,
AntwortenLöschenich freu mich immer total, dich auf deinen Fotos zu sehen. Du siehst so glücklich und zufrieden aus :-) Hab weiterhin so eine tolle Zeit und genieße jeden Tag.
Ganz liebe Grüße aus dem naßen, kalten Hamburg. (deine Strandbilder haben mich genauso neidisch gemacht wie die Schneebilder - das hier in Deutschland ist grad nix Halbes und nix Ganzes ;-))
Alles Liebe. Katja