DA BIN ICH !!! *g*

Dienstag, 21. Dezember 2010

Weihnachten mal größer- Dank Spenden möglich

Aufgrund des Eigentumsrecht, muss ich dazusagen, dass ich diesen Bericht stellenweise von Lena übernommen habe, weil ich das Gerüst und die Ausdrucksweise teils so gut fand, dass ich nicht alles nochmal schreiben wollte 
Wie alles begann. Wir (Lena, Pao und ich) waren in der Stadt unterwegs, um für die Kinder Kostüme zum Verkleiden zu kaufen . Die Schule feierte nämlich ihren Geburtstag.
In Chile ist es in eigentlich allen Institutionen üblich, dass die Schüler, Lehrer, Arbeitgeber und Arbeitnehmer am Tag des Geburtstags des Unternehmens verkleidet erscheinen.
Beim Einkauf hat Pao (meine Profesora) dann Masken und dergleichen für ihre Kinder gekauft, da diese sich das nicht selbst leisten können.
Dabei haben wir uns natürlich gefragt, ob das quasi die Klassenkasse zahlt, was allerdings nicht der Fall ist, da für derartige „Luxusartikel“ kein Geld vorhanden ist. Pao zahlt solche Sachen deshalb immer aus eigener Tasche. Natürlich kosten die Verkleidungsartikel nicht viel, aber wenn man bedenkt was man mit dem Geld alles kaufen könnte, investieren die Familien es doch lieber in Nahrungsmittel. Ein Faschingshut kostet z.B. etwa 450 CLP, dass sind ca. 70 Cent oder aber 10 Pancitos (10 Semmel).
Da der Geburtstag der Schule Mitte November stattfand haben wir auch mal nach den Weihnachtsgeschenken für die Kinder gefragt. Diese fallen verhältnismäßig spärlich aus.
Die Kinder bekommen zwar et was von einer Hilfsorganisation und von vier weiteren Spendengruppen, aber das sind dann natürlich immer nur Kleinigkeiten. Außerdem bekommt nicht jedes Kind von jeder Hilfsorganisation etwas. Zum Beispiel gibt es eine, die nur ein paar Kindern aus Nacimiento etwas schenkt, da das Unternehmen seinen Sitz dort hat; eine andere spendet für jedes Kind eine kleine Tüte Süßigkeiten, die bereits gegessen ist, bevor die Heimfahrt beginnt.
Auch die Universitäten in Los Angeles beteiligen sich stellenweise. So schreiben die Lehrer beispielsweise für einige ihrer Schüler ein kleines Kärtchen, in dem das Kind vorgestellt- und sein Weihnachtswunsch genannt wird. Wer möchte kann sich einem solchen Zettel annehmen, den Wunsch erfüllen und das Geschenk zusammen mit dem Kärtchen wieder abgeben.
Auf diese Weise kann ein Teil der Wünsche erfüllt werden, ohne dass das Geld der Klassenkasse herangezogen werden muss.
Für die Wünsche, die nicht erfüllt wurden, oder für die Kinder, für die nichts abgegeben wurde, kaufen die Tias dann Geschenke, was aber immer nur soweit geht, wie es die Klassenkasse zulässt.
Die Kinder wünschen sich beispielweise ein Spielzeugauto, Socken, ein gelbes T-Shirt, einen Fußball, eine kleine Puppe, Seifenblasen…
Wünsche die eigentlich leicht zu erfüllen sind. Doch den Familien und auch der Schule fehlt dazu das Geld.
So kamen wir auf die Idee mal bei unseren Familien nach Unterstützung zu fragen.
Dank Lenas Familie und meinen Eltern sind die Weihnachtsgeschenke in diesem Jahr für einige Schüler größer ausgefallen als normal.
An dieser Stelle ganz ganz herzlichen Dank an die lieben Spender!!!

Was haben wir mit diesem Geld gemacht?
Natürlich Geschenke eingekauft! Dies aber nicht ohne vorher ein wenig zu planen, denn wir hatten zwar richtig viel Geld zur Verfügung, doch leider gibt es auch viele Schüler, die etwas brauchen.
Der Großteil des Geldes wurde für Prébasico (Lenas Sala) und Multideficit (mein Sala) verwendet, da uns diese Kinder sehr ans Herz gewachsen sind.
Desweiteren haben wir von dem Geld Geschenke für die ärmsten Schüler der Schule gekauft. Auch wenn fast alle Kinder aus armen Verhältnissen kommen, so ist es immer noch faszinierend, dass alle Tias, die wir gefragt haben, sich einig waren, welche Schüler die ärmsten sind.
Denn auch wenn die meisten in „Häusern“ wohnen, die bei uns nicht mal als Gartenlauben benutzt würden, so gibt es ein paar, die noch nicht mal einen Boden in ihren casitas haben und einfach in unvorstellbaren Bedingungen leben.
Die erste Bescherung gab es für die Kinder des Prébasico. Diese hatten am 11.12. ihren Ausflug in den Garten der Schule. An diesem Tag gehörte quasi die ganze Schule den Kleinen, da die anderen Schüler samstags natürlich keinen Unterricht haben.
Um Mittag herum haben Lena und ich dann alle Kinder in die Turnhalle gebracht und ihnen die Geschenke vom „Papa Nöel“ übergeben, verkleidet mit Nikolausmütze versteht sich ;)
Fast alle haben ein T-Shirt & eine Hose bekommen und etwas zu spielen; nur die, die ein wenig besser gestellt sind, haben nur Spielzeug bekommen.
Außerdem haben wir jedem Kind ein Foto geschenkt, worüber sich alle sehr gefreut haben, da Fotos in Chile verhältnismäßig teuer sind.
Bei Jesus, einem sehr schwerhörigen kleinen Jungen, war es besonders schön: Er kam ein wenig zu spät, weswegen er sein Geschenk separat bekam. Als Lena ihm das Päckchen entgegenstreckte, schaute er sie total verdutzt an. Indem sie auf sein Foto deutete, erklärte sie ihm, dass das Geschenk für ihn ist, und als er sich erkannte und verstand dass er es wirklich behalten darf, hat er bis über beide Ohren gestrahlt! Es war einfach wunderschön mitzuerleben, wie begeistert der Kleine war!
Auch die anderen Kinder haben sich total über ihre Geschenke gefreut und sie dann auch sofort ausprobiert. So wurde die Rutsche zur Rennstrecke für Autos umfunktioniert, die Büsche im Garten mit der Plastikzange gestutzt und die Puppen spazieren getragen.
Für zwei der Schüler haben wir zusätzlich ein „cubrecama“ (eine Bettdecke) gekauft. Diese beiden Familien haben jeweils mehrere Kinder und damit diese im Winter nicht frieren, wird alles mögliche was als Bettdecke dienen kann (Handtücher, große Pullis,…) als Zudecke verwendet.
Das sind nicht nur Geschenke für die Kinder, sondern auch für die Familien. Genauso ist es mit den Windeln, die wir einem Jungen geschenkt haben. Sie sind in Chile ziemlich teuer, weshalb der Schüler oft mit voller Windel und leider auch nasser Hose rumlaufen muss; was nun nicht gerade zu seinem Wohlbefinden und dem Wohl seiner Mitmenschen beiträgt .
Am Montag in der Schule bekamen dann auch die restlichen Schüler ihre Geschenke. Also die Schüler, die zu den Ärmsten der Schule zählen, und die, die bei dem Ausflug am Samstag nicht dabei waren.
Eine Schülerin davon ist Conny, von ihr habe ich am Anfang meines Jahres in Chile schon einmal berichtet. Ihre Familie ist sehr arm, aber für Conny war es ganz wichtig eine Puppe und einen Puppenwagen zu haben. Mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln konnten wir ihr den Wunsch erfüllen und ein bezauberndes Lachen in ihr Gesicht zaubern.
Zudem bekam sie noch Unterhosen, eine Hose und ein „Cubrecama“.
Ein weiterer Schüler – Juaquin – ebenfalls aus Prébasico hat sich riesig über sein Feurwehrspielzeugauto und das Foto gefreut. Dies war nicht nur daran zu erkennen, dass es sich 100.000 mal bei Lena bedankt hat, sondern auch daran, dass er ausnahmsweise mal das gemacht hat, worum sie ihn gebeten hat . Und das will schon was heißen *g*
Um die anderen zu beschenken, wurden alle von Lena und mir in der Turnhalle versammelt und ich habe versucht sie davon zu überzeugen, dass die Geschenke vom Weihnachtsmann sind. Ob sie es geglaubt haben, kann ich nicht sicher sagen, aber dass sie sich darüber freuten, war nicht zu übersehen. Alle zwölf haben ein T-Shirt, bzw. einen Pulli erhalten. Die beiden ärmsten haben zudem noch jeweils ein „Cubrecama“ bekommen, das sie ganz stolz in ihre Klassenzimmer trugen. Einem Bruderpaar hat der „Papa Nöel“ noch einen Fußball gebracht, welcher gleich in der großen Pause ausprobiert wurde. Auch Lena durfte einmal ran und hat alle fünf Schuss souverän im Tor versenkt; was ihr ein anerkennendes Lob der Jungs einbrachte.
Die Geschenke für meinen Sala haben wir einfach zu den anderen Geschenken von der Klassenkasse dazugelegt. So war es möglich von dem Klassenkassengeld für weniger Kinder größere Geschenke zu kaufen.
Am letzten Schultag kamen die Schüler dann erst um 16:00 Uhr in die Schule, da an diesem Tag „Papa Nöel“ zu Besuch kam, um die Geschenke der Hilfsorganisationen und der Klassenkassen zu verteilen.
Auch hier haben zwei meiner Schüler Windeln bekommen.
Eine dieser Familie so arm ist, dass sie letztes Jahr ihren Kühlschrank verkaufen musste.
Bei der anderen ist der Papa Alleinverdiener, während sich die Mutter um Kinder (von denen zwei behindert sind) und Enkel kümmert. Der Vater ist im Moment jedoch im Krankenhaus, weshalb die ohnehin schon mittellose Familie nun gar kein Einkommen mehr hat.
Hans hat sich ein T-Shirt der Fußballmannschaft ColoColo gewünscht, da er wie die meisten Chilenen treuer Fan des Vereins ist. Auch das lag natürlich unter dem Weihnachtsbaum.
Einen etwas eigenartigen Wunsch hatte Carlito. Er wollte nämlich ein gelbes T-Shirt und ein gelbes Handtuch. Socken hat er auch noch dazu bekommen (ebenfalls ein Mehrzweckgeschenk, da ich während der Therapie beim Kine des Öfteren in seiner Fußnähe arbeiten muss ) .
Nachdem alle Geschenke verteilt worden waren, hatten wir eindeutig den Eindruck, dass sich die ganze Sache gelohnt hat!
Schon an diesem letzten Schultag wurde unsere Annahme dadurch bestätigt, dass fast alle Schüler, die am Tag zuvor ihre Regalos erhielten, die geschenkten T-Shirts oder Hosen trugen.
Außerdem erzählte uns eine Tia, dass ihr Schüler den ganzen Tag freudestrahlend durch die Gegend gestapft ist.
Dieses Jahr haben also einige Schüler ein schöneres und geschenkereicheres Weihnachtsfest als in den Jahren zu vor. Dafür möchte ich mich nochmal bei allen, die dies möglich gemacht haben bedanken!
Und nicht nur die Kinder wurden reich beschenkt, sondern auch ich. Denn ich werde nie
das Kinderlachen von Jesus vergessen, als er sich auf dem Foto erkannt hat,
die geschäftigen Gesichter von Juan und Benjamin beim Autospielen,

Bastian, der in seiner Bauarbeiterausrüstung durch den ganzen Garten gerannt ist und versucht hat Bäume zu stutzen,
Denin, der gar nicht mehr aufhören konnte zu grinsen,

Andrea, die mich mit ihrer Umarmung beinahe erdrückt hätte,

Leonardo, der total verunsichert in die Turnhalle kam weil er dachte er hätte etwas ausgefressen ;) und das neue T-Shirt gleich ganz stolz angezogen hat

Carlito, der über alles gelbe überglücklich war 

und noch so vieles mehr!
Vielen vielen Dank!
Nun wünsche ich euch allen zu Hause ein wunderschönes Weihnachtsfest, Zeit zum Entspannen und das zu tun worauf ihr Lust habt!
Muchos besos aus Chile sendet euch Katha (rina) 












































2 Kommentare:

  1. Hey Hey Weihnachtsfrau ;) ;),
    das ist ja toll, wie sich deine Kleinen über die Geschenke freuen !!

    Ich wünsche dir auch frohe Weihnachten (auch ohne Schnee und Weihnachtsbaum) und noch ein spannendes restliches Jahr.

    Liebe Grüße aus Stuttgart ;)
    Tobias

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  2. Hallöchen Katha,

    wundervoll, wie ihr das mit den Geschenken angestellt habt! Ich glaube an das Christkind!

    Mach weiter so!

    Deine Susanne aus Neres

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